top of page

Dysbiose

Dysbiose des Darms


Was ist eine Darmdysbiose?

Darmdysbiose bezeichnet ein Ungleichgewicht der mikrobiellen Flora im Darm. Eine gesunde Darmmikrobiota besteht aus Billionen von „guten“ und „schlechten“ Bakterien, die normalerweise in Harmonie zusammenleben. Diese Bakterien spielen eine wichtige Rolle bei der Verdauung, dem Immunsystem, der Vitaminsynthese und sogar bei der Regulierung der Stimmung.

Wird dieses Gleichgewicht gestört – etwa durch eine Zunahme pathogener Bakterien oder eine Abnahme der nützlichen – entsteht eine Dysbiose. Sie kann nicht nur den Verdauungstrakt, sondern auch Haut, Gehirn, Hormonsystem und Immunsystem beeinflussen.


Symptome einer Darmdysbiose

Die Beschwerden können sehr unterschiedlich sein – von mild bis stark – und lassen sich in mehrere Kategorien einteilen:


1. Verdauungssymptome:

  • Blähungen und übermäßige Gase – verursacht durch die Gärung von Kohlenhydraten durch pathogene Bakterien


  • Verstopfung oder Durchfall – durch gestörte Darmbewegungen


  • Sodbrennen – aufgrund unvollständiger Verdauung und Druck auf den Magen


  • Bauchschmerzen oder Unwohlsein – durch lokale Entzündungen


  • Langsame Verdauung – wegen Enzym- und Magensäuremangel


2. Allgemeine Symptome:

  • Chronische Müdigkeit – durch Nährstoffmangel und Entzündung


  • Gehirnnebel („Brain Fog“) – Konzentrationsschwierigkeiten, Vergesslichkeit


  • Schlafstörungen – wegen Hormonungleichgewichten im Darm (z. B. Serotonin)


  • Kopfschmerzen – möglicherweise durch bakterielle Toxine und Mängel


  • Ängste und Depressionen – durch die Darm-Hirn-Achse und verminderte Neurotransmitter


3. Hautprobleme:

  • Akne, Ekzeme, Dermatitis – äußere Zeichen einer inneren Entzündung


  • Rosazea oder Nesselsucht – mögliche Reaktionen auf Toxine oder Unverträglichkeiten


4. Wiederkehrende Infektionen:

  • Candidosen – übermäßiges Wachstum des Pilzes Candida nach Zerstörung der guten Bakterien


  • Harnwegs- oder Vaginalinfektionen – durch gestörte Darm- und Scheidenflora


Ursachen der Darmdysbiose

Ein Ungleichgewicht entsteht, wenn das Verhältnis zwischen nützlichen (probiotischen) und schädlichen Bakterien gestört ist. Gründe können sowohl äußere (z. B. Medikamente, Ernährung) als auch innere Faktoren (z. B. Stress, Krankheiten) sein.


1. Übermäßiger Einsatz von Antibiotika

  • Sie töten nicht nur schädliche, sondern auch nützliche Bakterien ab.


  • Schon kurze Behandlungen können die Vielfalt der Darmflora stark verringern.


  • Danach können sich „schlechte“ Bakterien schneller ausbreiten.


  • Beispiele: Amoxicillin, Ciprofloxacin, Metronidazol.


2. Unausgewogene moderne Ernährung

  • Zucker und verarbeitete Lebensmittel nähren schädliche Bakterien und fördern Entzündungen.


  • Transfette (Margarine, Fast Food) schädigen die Darmschleimhaut.


  • Ballaststoffarme Kost bietet den guten Bakterien keine Nahrung.


  • Übermäßiger Alkoholkonsum zerstört die Schleimhaut und nützliche Mikroben.


3. Chronischer Stress und Angst

  • Über die Darm-Hirn-Achse beeinflusst Stress Verdauungssäfte, Darmbewegungen und Immunabwehr.


  • Überschüssiges Cortisol reduziert die Bakterienvielfalt.


  • Es kann ein „Leaky Gut“ (durchlässiger Darm) entstehen, der Entzündungen und Dysbiose verstärkt.


4. Schlechter Schlaf

  • Zu wenig oder unterbrochener Schlaf beeinflusst Hormonhaushalt und Immunsystem.


  • Studien zeigen: Wenig Schlaf = weniger vielfältige, eher entzündungsfördernde Mikrobiota.


5. Kaiserschnittgeburt & fehlendes Stillen

  • Natürlich geborene Babys erhalten nützliche Bakterien von der Mutter.


  • Kaiserschnitt-Babys kommen hauptsächlich mit Haut- und Umweltbakterien in Kontakt.


  • Muttermilch enthält Präbiotika und Antikörper, die eine gesunde Flora fördern.


6. Übermäßiger Gebrauch anderer Medikamente

  • Säureblocker (PPI): Verringern die Magensäure, fördern pathogene Keime.


  • NSAR (z. B. Ibuprofen): Können die Darmschleimhaut schädigen.


  • Abführmittel, Kortikosteroide, Antibabypillen beeinflussen langfristig die Darmflora.


7. Übertriebene Hygiene (wenig Bakterienkontakt)

  • Kinder in sterilen Umgebungen entwickeln oft eine ärmere Mikrobiota.


  • Kontakt mit Natur, Tieren und anderen Menschen fördert die Vielfalt.


8. Chronische Vergiftungen & Umweltgifte

  • Pestizide, Schwermetalle, Zusatzstoffe – alle können Mikrobiota und Darmschleimhaut schädigen.


  • Glyphosat (ein verbreitetes Herbizid) hat antimikrobielle Wirkung gegen nützliche Bakterien.


9. Vorerkrankungen des Darms

  • Reizdarmsyndrom (IBS), Morbus Crohn, Colitis ulcerosa – häufig mit Dysbiose verbunden.


  • Sie können sowohl Ursache als auch Folge eines gestörten Mikrobioms sein.


Ernährung bei Darmdysbiose

Empfohlene Lebensmittel:


  • Natürliche Probiotika: Kefir, Joghurt mit lebenden Kulturen, milchsauer vergorene Gemüse (z. B. Sauerkraut), Kimchi, Miso


  • Präbiotika: Ballaststoffe, die gute Bakterien ernähren – z. B. Knoblauch, Zwiebeln, Lauch, grüne Bananen, Artischocken


  • Ballaststoffe: Aus Gemüse, Obst, Samen, Hülsenfrüchten und Vollkornprodukten


  • Gesunde Fette: Olivenöl, Avocado, fetter Fisch


Zu vermeidende Lebensmittel:


  • Raffinierter Zucker, Limonaden, Süßigkeiten


  • Wurstwaren, Fast Food, Margarine


  • Alkohol, zu viel Kaffee


  • Gluten (bei Sensitivität)


Nahrungsergänzungsmittel zur Unterstützung der Darmflora

  • Probiotika: Ergänzungen mit mehreren Bakterienstämmen (z. B. Lactobacillus, Bifidobacterium)


  • Präbiotika: FOS, Inulin – fördern nützliche Bakterien


  • Glutamin: Unterstützt die Darmschleimhaut und reduziert Durchlässigkeit


  • Verdauungsenzyme: Helfen bei langsamer Verdauung


  • Omega-3, Vitamin D, Zink: Entzündungshemmend und immunstärkend


Lebensstil für einen gesunden Darm


7–9 Stunden Schlaf pro Nacht: Essenziell für Regeneration, Hormonbalance und entzündungshemmende Wirkung.


Entspannungstechniken:


Meditation: Schon wenige Minuten täglich senken den Stresslevel.


Yoga: Gut für Stressabbau und Förderung der Darmgesundheit.


Tiefes Atmen: Aktiviert das parasympathische Nervensystem, das für Entspannung sorgt.


Regelmäßige Bewegung:

Moderate Aktivitäten wie Gehen, Schwimmen oder Radfahren fördern eine vielfältige Mikrobiota und regulieren die Verdauung.


Ausreichend Wasser trinken (1,5–2 Liter/Tag):

Wasser unterstützt die Verdauung, Nährstoffaufnahme und Entgiftung.


Bewusstes Essen:

Gut kauen, langsam essen und nicht nebenbei – das unterstützt die Verdauung und reduziert Entzündungen im Darm.


Vermeide unnötige Medikamente:

Vor allem Antibiotika und Magensäureblocker sollten nur bei Bedarf eingenommen werden, da sie die Darmflora schädigen können.


Fazit

Dysbiose ist eine komplexe, aber reversible Störung. Mit bewusster Ernährung, einem gesunden Lebensstil und gezielter Unterstützung lässt sich das Gleichgewicht der Darmflora wiederherstellen.

Ein gesunder Darm bedeutet nicht nur eine gute Verdauung, sondern auch mehr Wohlbefinden – körperlich, geistig und emotional.



Bibliografie


  • „Microbiomul. Cum bacteriile din intestin ne influențează sănătatea, greutatea și starea de spirit” Autor: Dr. Rob Knight

  • „Efectul microbiomului. Cum ne influențează sănătatea, creierul și comportamentul” Autor: Dr. David Perlmutter

  • „Alimentația și microbiomul intestinal. Cum să hrănim flora intestinală pentru o viață sănătoasă” Autor: Dr. Mark Hyman

  • „Ghidul probioticelor. Cum să îți îmbunătățești microbiomul Autor: Dr. Jason Hawrelak

  • "The Human Microbiome: A New Frontier in Health and Disease" Autor: National Institutes of Health (NIH) Publicat în: National Library of Medicine, 2018

  • "Gut Microbiota in Health and Disease" Autor: Dr. Willem M. de Vos et al. Publicat în: Journal of Clinical Gastroenterology, 2019

  • "The Role of the Microbiome in Human Health" Autor: Dr. Erika Isolauri Publicat în: Frontiers in Immunology, 2020

  • "Dysbiosis as a Cause of Disease" Autor: Dr. Roberta J. T. Clarke Publicat în: Microorganisms, 2020


Online-Literatur:

  • „Revista de Nutriție și Sănătate Intestinală” O publicație periodică dedicată cercetărilor recente și tendințelor în domeniul sănătății intestinale, microbiomului și alimentației. Se pot găsi articole despre disbioză și metode de prevenire și tratament.


  • „Microbiomul și Sănătatea: O Nouă Frontieră în Medicină” Autor: Dr. Ioana Petrescu Publicat în: Revista Română de Gastroenterologie, 2022 Articol care analizează rolul microbiomului în afecțiuni gastrointestinale și în prevenirea disbiozei.

bottom of page