
Reizdarmsyndrom
Was ist das Reizdarmsyndrom (RDS)?
Das Reizdarmsyndrom (RDS) ist eine funktionelle gastrointestinale Störung, die sich durch Bauchschmerzen, Blähungen und Veränderungen des Stuhlgangs (Durchfall, Verstopfung oder beides) äußert – ohne erkennbare organische Ursachen. Es betrifft häufig junge Menschen, insbesondere Frauen, und kann die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen.
Ursachen des Reizdarmsyndroms
Abnorme Darmmotilität
Viszerale Hypersensibilität (überempfindliches Verdauungssystem)
Ungleichgewicht der Darmmikrobiota
Stress, Angstzustände, Depressionen
Ernährungsbedingte Auslöser
Symptome des Reizdarmsyndroms
Bauchschmerzen
Blähungen
Durchfall oder Verstopfung
Übermäßige Gasbildung (Flatulenzen)
Gefühl der unvollständigen Darmentleerung
Diagnose des Reizdarmsyndroms
Die Diagnose basiert auf den Rom-IV-Kriterien und dem Ausschluss anderer Erkrankungen. Der Arzt kann Blutuntersuchungen, Stuhltests und eine Koloskopie empfehlen – insbesondere bei Patienten über 50 Jahren oder mit Alarmzeichen.
Behandlung des Reizdarmsyndroms
1. Lebensstil und Ernährung:
FODMAP-arme Diät
Regelmäßige Mahlzeiten
Vermeidung reizender Lebensmittel
Ausreichende Flüssigkeitszufuhr
Körperliche Bewegung
2. Medikamente:
Spasmolytika (krampflösende Mittel)
Abführmittel (bei Verstopfung)
Antidiarrhoika (bei Durchfall)
Probiotika
Trizyklische Antidepressiva oder SSRIs (je nach Symptomatik)
3. Psychotherapie:
Kognitive Verhaltenstherapie
Achtsamkeitstraining (Mindfulness)
Yoga
Psychologische Unterstützung
Natürliche Heilmittel gegen Reizdarmsyndrom
Beruhigende Tees (Pfefferminze, Kamille)
Lösliche Ballaststoffe (z. B. Flohsamenschalen / Psyllium)
Pfefferminzextrakt / Pfefferminzöl
Natürliche Probiotika (z. B. aus fermentierten Lebensmitteln)
Leben mit dem Reizdarmsyndrom
RDS ist eine chronische, aber nicht gefährliche Erkrankung. Eine wirksame Behandlung und eine positive Einstellung können die Lebensqualität deutlich verbessern.
Wann sollte man einen Arzt aufsuchen?
Unerklärlicher Gewichtsverlust
Blut im Stuhl
Blutarmut (Anämie)
Fieber
Familiäre Vorgeschichte von Darmkrebs
Bibliografie
1. Chey WD, et al. JAMA. 2015.
2. Ford AC, et al. BMJ. 2017.
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